ATRIUM Unternehmer:innengespräche: 120 Jahre GmbH – Longevity als Leitprinzip für langlebige Unternehmen

Anlässlich des 120-jährigen Bestehens der GmbH kamen Unternehmer:innen und Notar:innen bei den ATRIUM Unternehmer:innengesprächen am 24. Juni 2026 in Innsbruck zusammen, um zu diskutieren, was Unternehmen langfristig erfolgreich und zukunftsfähig macht. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Megatrend Longevity und die Frage, welche rechtlichen und strukturellen Grundlagen ein Unternehmen braucht, um über Generationen Bestand zu haben. Keynote-Speaker Markus Hengstschläger, renommierter Genetiker und Bestseller-Autor, spannte den Bogen zwischen Genetik und unternehmerischer Weitsicht.

Datum: 26.06.2026
Ort: Innsbruck
Ressorts: Wirtschaft, Wissenschaft
Kunde: Österreichische Notariatskammer

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung – kurz GmbH – feiert 2026 ihr 120-jähriges Bestehen. Was 1906 als rechtliche Innovation begann, ist heute die meistgenutzte Unternehmensform Österreichs. Mit der GmbH haften Unternehmer:innen nicht mit ihrem Privatvermögen, sondern ausschließlich mit dem Vermögen der Gesellschaft. Dieses Prinzip hat über mehr als ein Jahrhundert wirtschaftliche Stabilität, Rechtssicherheit und unternehmerische Freiheit ermöglicht und ist dabei so zeitgemäß wie nie zuvor.

Auch aktuelle Gründungszahlen unterstreichen ihre Bedeutung: Im Jahr 2025 wurden in Österreich insgesamt 44.072 Unternehmen neu gegründet, ein Plus von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon entfielen 5.234 auf GmbH-Gründungen. Während mit 78,5 Prozent der überwiegende Teil der Neugründungen auf nicht eingetragene Einzelunternehmen entfiel, war die GmbH mit 11,9 Prozent die zweithäufigste gewählte Rechtsform.

Oskar Platter, Präsident der Notariatskammer für Tirol und Vorarlberg, unterstrich die Bedeutung des Jubiläums: „120 Jahre GmbH sind 120 Jahre gelebte Rechtssicherheit. Diese Rechtsform hat Generationen von Unternehmerinnen und Unternehmern ermöglicht, mutig zu investieren und zugleich ihr Privatvermögen zu schützen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis kluger rechtlicher Rahmenbedingungen.“ 

Auch Cornelia Rieser, öffentliche Notarin, unterstrich im gemeinsamen Bühnentalk mit Markus Hengstschläger, dass langfristiger Unternehmenserfolg kein Zufall ist, sondern das Ergebnis klarer Strukturen: „Das Notariat stärkt das Immunsystem eines Unternehmens. Widerstandsfähigkeit entsteht nicht zufällig. Sie entsteht durch gute Strukturen. Ein Unternehmen ist meist nicht deshalb erfolgreich, weil nie etwas passiert. Es ist erfolgreich, weil es auch mit Veränderungen umgehen kann.“

Der Notariatsakt als stabiles Fundament
Die Gründung einer GmbH ist in Österreich zwingend mit einem Notariatsakt verbunden. Dieser schafft Klarheit über Rechte und Pflichten aller Gesellschafter:innen, legt ausgleichende Regelungen fest und verhindert spätere, mitunter kostspielige Konflikte. „Der Notariatsakt ist der Grundstein, auf dem ein Unternehmen aufgebaut wird“, so Rieser. „Wer von Anfang an klare Strukturen schafft, legt das Fundament für langfristigen Erfolg."

Im Sinne des One-Stop-Shop-Prinzips bieten Notar:innen die vollständige Abwicklung aller rechtlichen und administrativen Schritte aus einer Hand: Von der Beratung über die Vertragserstellung, die Identitätsprüfung und die Abwicklung der Stammkapitalaufbringung über Treuhandkonten bis hin zur Eintragung im Firmenbuch. Gründer:innen profitieren dabei von Rechtssicherheit bei gleichzeitig schneller und unkomplizierter Umsetzung – auch vollständig auf digitalem Weg.

„Von der Idee bis zur eingetragenen GmbH begleiten wir unsere Klient:innen durch jeden Schritt“, erklärte Platter. „Dieses gebündelte Serviceangebot schafft Transparenz, Effizienz und Rechtssicherheit von Beginn an und das ist die beste Voraussetzung für ein langlebiges Unternehmen.“

Longevity trifft Unternehmer:innentum
Der diesjährige Keynote-Speaker Markus Hengstschläger, Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik an der MedUni Wien und Autor von Bestsellern wie „Endlich unendlich – Und wie alt wollen Sie werden?“, setzte Genetik und unternehmerischer Zukunftsfähigkeit in direkten Zusammenhang. Der Megatrend Longevity – also die Frage, wie Menschen länger gesund und aktiv leben können – stellt auch Unternehmen vor neue Fragen: Wer führt einen Betrieb, wenn die Gründergeneration länger aktiv ist als je zuvor? Wie gestaltet man Strukturen, die über Jahrzehnte Bestand haben?

„Longevity ist kein Selbstzweck“, so Hengstschläger. „Die entscheidende Frage ist nicht, wie viele Jahre wir leben, sondern was wir mit diesen Jahren machen, ob als Mensch oder als Unternehmen. Beides braucht Planung, Anpassungsfähigkeit und den Mut, Strukturen zu schaffen, die länger halten als der Moment.“
Der Bestseller-Autor unterstrich weiters: „Ein Unternehmen ist wie ein Organismus: Es lebt, es entwickelt sich, es altert, aber mit den richtigen Rahmenbedingungen kann es sich auch erneuern.“

Plattform für Austausch und Beratung
Die ATRIUM Unternehmer:innengespräche der Notariatskammer für Tirol und Vorarlberg boten auch heuer wieder eine Plattform für praxisnahen Erfahrungsaustausch. Nach der Keynote von Markus Hengstschläger nutzten die Teilnehmer:innen die Möglichkeit, individuelle rechtliche Fragen direkt mit Notar:innen zu besprechen – von der GmbH-Gründung über Gesellschaftsverträge bis hin zu Nachfolgeregelungen und Vorsorgevollmachten.

Über die Tiroler und Vorarlberger Notar:innen
Die Tiroler Notar:innen beraten Privatpersonen und Unternehmen in rechtlichen Angelegenheiten wie Unternehmensgründungen, Immobiliengeschäften, Vorsorgevollmachten und Nachlassregelungen. Mehr Infos: www.ihr-notariat.at

Was haben Longevity und langfristiger Unternehmenserfolg gemeinsam? Genetiker Markus Hengstschläger gibt Auskunft.

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Neue Perspektiven stärken Wirtschaft und Innovation. Oskar Platter gibt Auskunft.