Bereits seit den 1990er-Jahren ist der Guide A la Carte der Wegweiser für Gourmets in Österreich. Im nunmehr vierten Jahr erscheint die heimische Kulinarik-Fibel nicht mehr als Buch, sondern in Magazinform. Die darin prominent platzierte Liste A la Carte-Top-100-Restaurants subsummiert das Ranking der besten Restaurants Österreichs. Besonderes Augenmerk liegt hier auf jenen Betrieben, die sich den ehrgeizigen Prinzipien der Spitzengastronomie verschrieben haben. Das Bewertungsschema bleibt unverändert bei dem bislang bewährten System von maximal 5 Sternen und in Summe maximal 100 zu vergebenden Punkten.
Das Gourmetrestaurant Stüva von Benjamin Parth ist mit 98 Punkten (5 Sternen) auch heuer wieder das bestbewertete Restaurant Tirols und gehört auch österreichweit zu den Bestbewerten seiner Zunft. Für den erfolgsverwöhnten 5-Hauben-Koch ist gerade letzterer Umstand ein Grund zur Freude: „Natürlich ist es schön, im Spitzenfeld Österreichs zu liegen. Und es tut gut zu beobachten, dass immer mehr Tiroler Köchinnen und Köche aufzeigen und den Sprung in die Top 100 schaffen“, so Benjamin Parth zum diesjährigen Ergebnis.
Der ausführliche Bewertungstext der A la Carte Redaktion:
Qualitätsfanatismus in seiner geschmackvollsten Art. Benjamin Parths Küche besticht in jedem Detail.
Benjamin Parth ist mit seinem Gourmetrestaurant Stüva im Hotel Yscla im Ortskern von Ischgl völlig zu Recht Mitglied im imaginären österreichischen Kocholymp. Man ist ehrgeizig, findet das olympische Motto (dabei sein ist alles) maximal niedlich und erachtet nur das umgehängte Edelmetall für erstrebenswert. Gleich vorab: Man steht am Siegerstockerl. Parths Kreationen können sich nicht nur optisch, sondern seit Jahren auch geschmacklich an den Vorbildern in Frankreich messen. Regional sind im Restaurant lediglich die Einrichtung, manchmal der Rohstoff für den Fleischgang und das Signature-Amuse-Gueule: Saibling auf Kartoffelpüree mit genial komponierter Enzianbrand-Beurre-blanc – wie immer „viel zu klein" portioniert. Ein Stüva-Klassiker sind auch die Austern von bester Qualität, zuletzt mit Wasabi und Petersilie aromatisiert. Superb, auch wie immer, ist das Gänseleberparfait mit Apfel(-gel) und Birne. Für den glasig-weich zubereiteten Langostino sind Feinschmecker bereit, eine weite Anfahrt in Kauf zu nehmen. Auch die Weinbegleitung entspricht. Der sehr zuvorkommende Service hält stets den passenden Schluck parat und geht auch auf Sonderwünsche ein. Leider nicht der Karte zu finden ist das geschmacklich imponierende Jakobsmuschel-Carpaccio. Dann „muss“ der verwöhnte Gast mit Hummer Kaviar oder Wolfsbarsch mit Safran und Chorizo vorliebnehmen. Hier schmeckt tatsächlich jeder Gang vorzüglich. Steinbutt mit Rindermark und Parths Austern-Tatar sind weitere Highlights. Steinbutt mit Spinat und Alba-Trüffel oder Rotbarbe in der Zucchiniblüte erwähnen wir als weitere Anspieltipps. In nur wenigen Restaurants in Österreich sind Produktqualität und perfekte Garung im Fisch-/Meeresfrüchtefach von so einmaliger Qualität. Die Fleischgerichte haben es da fast schwer. Und doch: Beim Kalbskopf mit seiner Jus trifft große Klassik auf Paznauner Genialität. Gerne hat Benjamin Parth auch etwas Kobe Beef. Es kommt mit Rotweinsauce und Püree von der Petersilie oder auch in Begleitung von Yuzu und Aubergine. Die umfangreiche wie fantastische Käseselektion des Elsässer Affineurs Bernard Antony muss man nicht weiter erklären. Das Schlussfeuerwerk zündet dann die Patisserie des Hauses, je nach Wunsch fruchtig oder schokoladig.Details zum A la Carte 2023:
www.alacarte.at
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