„Wir haben uns mit unseren Veranstaltungen ‚Literaricum‘, ‚Philosophicum‘ und nun mit dem zum Auftakt der Sommersaison stattfindenden ‚Impact Lech‘ zu einem inspirativen Denkraum entwickelt“, betonten Gerhard Lucian, Bürgermeister von Lech, und Hermann Fercher, Direktor von Lech Zürs Tourismus, zu Beginn des Symposiums 2023. Bei Impact Lech treffen sich jährlich Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft, Wirtschaft, Industrie, Medizin und Ethik, um gesellschaftlich relevante Themen zu diskutieren und in weiterer Folge Menschen dazu zu befähigen, bei Lösungen mitzuwirken.

In seiner Eröffnungsrede beschrieb Markus Hengstschläger den Medici-Effekt, an den sich Impact Lech anlehne: „Wenn Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen und mit verschiedenen Fachkenntnissen über ein Thema diskutieren, bilden die so entstehenden Schnittflächen den optimalen Boden für Geistesblitze, neue Lösungen und Innovationen.“

Folgerichtig wurde gleich zu Beginn von Impact Lech ein breites Spektrum an inspirierenden Denkanstößen und Analysen zum diesjährigen Leitthema „Der Mensch und die Maschine“ präsentiert: Welche Auswirkungen haben aktuellste Erkenntnisse und Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz auf unser tägliches Leben, unsere Arbeit und unsere Gesellschaft?

Sabine Köszegi (ehemalige Vorsitzende des Rats für Robotik und künstliche Intelligenz) sprach in ihrer Keynote von zwei unterschiedlichen Herangehensweisen: Dem Narrativ, dass die Künstliche Intelligenz Menschen zu Leistungen befähige, die sie ohne diese Technologie nicht erreichen könnten, und dem Narrativ, in dem der Einsatz von Robotik zu einem Gefühl geringerer Selbstwirksamkeit und Autonomie des Menschen führe, der damit wichtige Fähigkeiten und das Vertrauen in seine Kompetenz verlieren könnte. Welches Narrativ Realität werde, würde die Gestaltung dieser Technologien entscheiden.

Auf der Grundlage der Massendigitalisierung analoger Bestände sei der Einsatz von Artificial Intelligence in Gedächtnisinstitutionen längst State of the Art, führte die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, Johanna Rachinger, aus: „Es besteht daher die Notwendigkeit eines sensiblen und kritischen Umgangs mit dem digitalen Wandel, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt.“ Kultur- und Wissensinstitutionen könnte bei der Schaffung eines kritischen Bewusstseins in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle zukommen, so die Fachfrau.

Das Verhältnis von Mensch und Maschine analysierte der Philosoph Konrad Paul Liessmann in seinem brillanten Vortrag zum Thema „Der Traum der Maschinen und die Zukunft des Menschen“. Die Erfindung der Dampfmaschine habe erstmals in der Geschichte den Menschen zum Diener eines Objektes werden lassen, die permanente Leistungsfähigkeit der Maschine habe den Arbeitsprozess zu dominieren begonnen. Durch das weltweite neuronale Netz, das nicht mehr abzuschalten sei, würden sich heute neue Perspektiven und Fragestellungen im Verhältnis der Menschen zu den Maschinen ergeben. „Liegt es in der Logik der intelligenten Maschinen, den Menschen in letzter Konsequenz in immer mehr Bereichen vollständig zu ersetzen?“, fragte Liessmann. Der Philosoph vertrat die These, „dass wir erst allmählich zu ahnen beginnen, was es heißt, in einer technischen Zivilisation zu leben, in der die Frage, was es bedeutet, als Mensch menschlich zu leben, immer schwerer zu beantworten ist.“

Im Rahmen von Impact Lech diskutieren noch bis Sonntag rund 30 Expertinnen und Experten unter der wissenschaftlichen Leitung von Markus Hengstschläger – dabei stehen folgende zentrale Themen auf dem Programm: „Mensch und Maschine in Wirtschaft und Industrie“ (Freitag-Nachmittag); „Mensch und Maschine in der Humanmedizin“ (Samstag-Vormittag); „Digitale Transformation, Energiewende, Mensch-Maschine-Interaktion (Samstag-Nachmittag); „Mensch und Maschine – Die neue Arbeitswelt“ (Sonntag-Vormittag);

Weitere Informationen: www.impact-lech.at
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Gerhard Lucian (Bürgermeister von Lech), Markus Hengstschläger (Genetiker), Monika Vonier (Vizepräsidentin ...weiter

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