Landeck und Zams starten mit Projektgesellschaft in neue Ära der Standort- und Wirtschaftsentwicklung

Die Tiroler Gemeinden Landeck und Zams sowie die Raiffeisenbank Oberland betreten Anfang August mit ihrer gemeinsamen Projekt- und Strukturentwicklungsgenossenschaft (PSG) Neuland. Erstmals in Tirol arbeiten dabei zwei Gemeinden zusammen an der Weiterentwicklung ihres Wirtschaftsstandortes. Zentrale Aufgaben der Gesellschaft: Die Umsetzung eines Flächen- und Immobilienmanagements. Durch eine aktive Boden- und Ansiedlungspolitik soll die Standortentwicklung der beiden Gemeinden unterstützt werden. Für das gesamte Konzept zeichnet das Vorarlberger Institut für Standort-, Regional- und Kommunalentwicklung (ISK) verantwortlich.

Datum: 03.08.2014
Ort: Landeck
Ressorts: Immobilien, Politik, Wirtschaft
Kunde:

„Gemeinsam statt einsam“

Mit dem Ziel einer nachhaltigen Kooperation unter der Wahrung der Selbstständigkeit und der eigenen Identität gehen die Gemeinden Landeck und Zams mit der Raiffeisenbank Oberland gemeinsame Wege in der Standort- und Wirtschaftsentwicklung. Die Projekt- und Strukturentwicklungsgenossenschaft (PSG) ist dabei als strategisch-operatives Instrument für die Umsetzung der standortwirtschaftlichen Ziele und Maßnahmen zuständig. „Diese Projektgesellschaft ermöglicht uns, die Wirtschaftsstandorte Landeck und Zams gemeinsam aktiv weiterzuentwickeln. Wir setzten Impulse, um beispielsweise die Ansiedelung neuer Betriebe zu forcieren und schaffen somit Arbeitsplätze“, so der Bürgermeister von Landeck, Wolfgang Jörg. „Diese gemeindeübergreifende Kooperation ist ein wichtiger Schritt in Richtung fundierter Standortentwicklung – wir wollen und dürfen diese nicht einfach dem Zufall überlassen.“

O-Ton: Wolfgang Jörg, Bürgermeister Landeck

Aktive Bodenpolitik und gut organisiertes Flächenmanagement

Die Aufgaben der Projekt- und Strukturentwicklungsgenossenschaft liegen in einer kontinuierlichen und nachhaltigen Evaluierung, Sicherstellung und Bevorratung sowie dem Ankauf von Liegenschaften, welche die Entwicklung der Gemeinden unterstützen. Die Verfügbarkeit strategisch relevanter Immobilien wird dabei als Grundlage jeder nachhaltigen kommunalen und regionalen Standortentwicklung gesehen. „Im Mittelpunkt steht eine zielorientierte Flächenentwicklung und –erschließung. Grundstücke und strategisch wichtige Immobilien sehen wir dabei als Rohstoff, um den wir uns aktiv kümmern. Entsprechend der Nutzungsziele geben wir geeignete Liegenschaften weiter und streben dabei eine bestmögliche Verwertung an“, so der Bürgermeister von Zams, Siegmund Geiger. „Aus den Grundstücken entstehen beispielsweise Gewerbeflächen, diese werden verpachtet oder zum Verkauf angeboten“. Dabei werden Liegenschaften ausgewählt, welche die gewerbliche und gegebenenfalls die touristische Entwicklung der Gemeinden unterstützen. „Die Gesellschaft ist jedoch kein Bauträger oder Immobilienvermittler für Private“, betont Geiger.

O-Ton: Siegmund Geiger, Bürgermeister Zams

Drei starke Partner

Bei der Projekt- und Strukturentwicklungsgenossenschaft (PSG) handelt es sich um eine unternehmerische Genossenschaft, die nicht gewinnorientiert agiert. Dabei sind die Gemeinden Landeck und Zams mit jeweils 35 Prozent beteiligt und übernehmen gemeinsam die Mehrheit an der Gesellschaft. Als privater Partner und betriebswirtschaftlicher Berater fungiert die Raiffeisenbank Oberland, welche die restlichen 30 Prozent an der Genossenschaft hält. „Wir übernehmen einen Teil der Finanzierung und bringen unser Know-How in die Genossenschaft ein – damit leisten wir einen zentralen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung von Landeck und Zams“, zeigt sich Wolfgang Hechenberger von der Raiffeisenbank Oberland vom Projekt überzeugt. Den Vorsitz der Gesellschaft übernehmen die Gemeinden, der Obmann wechselt jährlich zwischen Landeck und Zams. Alle Entscheidungen werden dabei konsensual getroffen.

O-Ton: Wolfgang Hechenberger, Raiffeisenbank Oberland

Standortentwicklung unter fachlicher Begleitung  

Garant für die wirtschaftliche Sicherheit des gesamten Projektes ist das Vorarlberger Institut für Standort-, Regional- und Kommunalentwicklung (ISK), das diesbezüglich bereits erfolgreiche Projekte – beispielsweise in der Gemeinde Sulzberg im Bregenzerwald - vorweisen kann. Das Institut fungiert dabei als Drehscheibe aller Beteiligten und steht als professioneller Berater und Bereitsteller von Know-how zur Seite. Es liefert anerkannte und erprobte Methoden der Standortentwicklung und laufende Inputs.

Einen wichtigen Nutzen der Projekt- und Strukturentwicklungsgenossenschaft sehen Gerald Mathis und Marco Fehr vom ISK in der Entlastung des Gemeindehaushaltes auf Grund der Beteiligungen und Risikoübernahmen durch Partner. „Investitionen in Grund und Boden, die für eine nachhaltige Standortentwicklung notwendig sind, werden dadurch erleichtert“, so Mathis. „Wir ermöglichen eine gezielte und planmäßige Standort- und Wirtschaftsentwicklung unter fachlicher Begleitung. Die PSG stellt somit eine optimale Lösung im Sinne der Gemeinden dar.“

O-Ton: Gerald Mathis, Institut für Standort-, Regional- und Kommunalentwicklung (ISK)