Vom 13. bis 16. Juli 2023 wird Lech am Arlberg bereits zum dritten Mal ein Ort für literarische Begegnungen. Auf Initiative und Einladung von Nicola Steiner, Michael Köhlmeier und Raoul Schrott lesen und diskutieren namhafte Persönlichkeiten aus Literatur und Kultur, inspiriert durch den diesjährigen Festivalklassiker „Stolz und Vorurteil“.

Eröffnet wird das Festival von dem Literaturkritiker Denis Scheck: „Einem populären Missverständnis zufolge handeln Jane Austens Romane in erster Linie von Liebeshändeln und Herzensquerelen. Tatsächlich schreibt Jane Austen so, als würde ein Warren Buffett, ein Wolfgang Schäuble oder ein Yanis Varoufakis Romane schreiben: in Jane Austens Welt regiert das Geld, ihr Stoff ist Soll und Haben, Besitz und Bilanz, Vermögen und Zins. Sehr zu Recht wurde sie deshalb einmal ‚die erste marxistische Autorin der Welt‘ genannt."

Den Abschluss des Literaricums Lech bildet am Sonntag, 16. Juli, die feierliche Preisverleihung an den ersten „Poeta Laureatus“, den Lyriker Michael Krüger.

Weitere Informationen und Tickets unter www.literaricum.at

Das Programm im Einzelnen:

Donnerstag, 13.07.2023, 18:00 Uhr | Hotel Sonnenburg Oberlech
Eröffnung mit Denis Scheck, Michael Köhlmeier und Nicola Steiner
2023 wird der Literaturkritiker Denis Scheck die Eröffnungsrede zu „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen halten.

Freitag, 14.07.2023, 10:00 Uhr Hotel Sonnenburg Oberlech
Lesung aus „Stolz und Vorurteil“
Der Schauspieler Thomas Sarbacher liest „Stolz und Vorurteil“ in einer extra für die Lesung gekürzten Fassung.

Freitag, 14.07.2023, 13:00 Uhr Hotel Sonnenburg Oberlech
Autonomie und Zwang
Die Kulturwissenschaftlerin, Autorin und Aktivistin Sarah Diehl spricht mit Nicola Steiner über Frauenbilder zwischen Mutterideal und Hexe.

Freitag, 14.07.2023, 15:00 Uhr | Hotel Sonnenburg Oberlech
Werkstatt-Gespräch zum Übersetzen
Im Gespräch mit ihrem Verleger Horst Lauinger erzählt Andrea Ott von ihrer Arbeit als Übersetzerin und zeigt anhand von konkreten Beispielen, welche besonderen Herausforderungen bei einem zweihundert Jahre alten Text zu bewältigen sind.

Freitag, 14.07.2023, 18:00 Uhr Hotel Sonnenburg Oberlech
Die Welt ist nicht Thema des Dichters, sondern Wörterbuch seiner Metapher
Ein Gespräch zwischen Martin Mosebach und Michael Köhlmeier über das Leben und Schreiben.

Samstag, 15.07.2023, 10:00 Uhr Kriegeralpe Oberlech
Raoul Schrott: Hesiods „Theogonie“
Lesung und Erzählung von Raoul Schrott über die Musen.

Samstag, 15.07.2023, 15:00 Uhr | Hotel Sonnenburg Oberlech
„Mon Chéri und unsere demolierten Seelen“
Verena Rossbacher spricht mit Nicola Steiner über komische Frauenfiguren, literarische Vorbilder und Humor als menschliche Überlebensstrategie.

Samstag, 15.07.2023, 18:00 Uhr | Hotel Sonnenburg Oberlech
Bilanz eines aufregenden Lebens
Alice Schwarzer spricht mit Katja Gasser über ihre Angstfreiheit, Unangepasstheit und soziale Geschlechterungleichheit.

Sonntag, 16.07.2023, 11:30 Uhr |Hotel Kristiania Lech
Poeta Laureatus – Feierliche Preisverleihung mit Michael Krüger


Über das Literaricum Lech
Das Literaricum in Lech fand unter der künstlerischen Leitung der schweizerisch-deutschen Kulturjournalistin Nicola Steiner 2021 zum ersten Mal statt. Ideengeber sind der Vorarlberger Schriftsteller und Mitinitiator des Philosophicum Lech Michael Köhlmeier sowie der österreichische Dichter und Schriftsteller Raoul Schrott. Das Festival rückt jedes Jahr einen Klassiker der Weltliteratur zum Wieder- und Neuentdecken ins Rampenlicht, um seinen Echoraum in unserer zeitgenössischen Literatur zu erkunden. Das Programm gestaltet sich unabhängig von aktuellen Verlagsprogrammen und wirft einen breiten und vertiefenden Blick auf bedeutende Werke der Weltliteratur, wichtige Reportagen, überraschende Sach-Themen und kluge Übersetzungen. Veranstaltungsorte sind in diesem Jahr das Hotel Sonnenburg*****, das Hotel Kristiania und die Kriegeralpe in Oberlech. Den Büchertisch übernimmt die Buchhandlung Brunner.

Über den „Poeta Laureatus“
Das Amt des „Poeta Laureatus“ steht in einer langen Tradition. Schon in der Antike wurde am Ende eines Dichterwettstreits einem Poeten die „Dichterkrone“ aufgesetzt, im Vereinigten Königreich gibt es noch heute das Amt des „Poet Laureate“, und der Aufritt von Amanda Gorman bei der Amtseinführung von Joe Biden hat gezeigt, welche Strahlkraft die Lyrik bis heute besitzt. In diesem Sinn wird jedes Jahr eine Lyrikerin oder ein Lyriker als „Poeta Laureatus“ ausgezeichnet, das Preisgeld beträgt € 15.000. Im Gegenzug begleitet die/der Lyriker/in ein Jahr lang das Zeitgeschehen mit einem Gedicht, das in regelmäßigen Abständen publiziert wird. Medienpartner sind ORF, Der Standard, SWR und Die Welt.
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Der österreichische Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Raoul Schrott initiiert gemeinsam mit Michael ...weiter

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