Marke Tirol und Künstler HNRX lassen Tirols Wandmalerei-Tradition neu aufleben

Tirol schreibt ein neues Kapitel seiner Wandmalerei-Tradition. Was einst mit Fresken und Lüftlmalerei begann, findet heute seine zeitgenössische Fortsetzung. Gemeinsam mit dem international tätigen Tiroler Künstler Maximilian Prantl, besser bekannt unter seinem Künstlernamen HNRX, und sechs Gemeinden macht die Marke Tirol öffentliche Räume zu Bühnen für Geschichten über Identität, Zusammenhalt und Zukunft. Mit dem Abschluss des Projekts in Kematen schließt sich nun ein Kreis, der weit über simple Wandmalerei hinausgeht.

12.10.2026 Tirol Gesellschaft, Kultur, Kunst Lebensraum Tirol Gruppe

Mit dem Abschluss des Projekts der Lebensraum Tirol Gruppe in Kematen schließt sich nun ein Kreis, der weit über simple Wandmalerei hinausgeht. V.l.: Stefan Pirchmoser (Bereichsleitung Markenmanagement Lebensraum Tirol Gruppe), HNRX, Ulla Schenkel (Kultur Kematen) und Klaus Gritsch (Bürgermeister Kematen)

Die Reise des Projekts begann in Virgen in Osttirol und führte über Going am Wilden Kaiser und Fieberbrunn ins Tiroler Oberland nach Inzing und Imst, bevor sie in Kematen ihren Abschluss fand. An jeder Station entstanden großformatige Wandarbeiten auf Fassaden, Musikpavillons oder Unterführungen. Jedes Kunstwerk wurde exklusiv für den jeweiligen Ort entwickelt – gewachsen aus intensiven Gesprächen mit den Menschen vor Ort, aus historischen Bezügen und regionalen Besonderheiten sowie stets in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden. So entsteht ein Netzwerk aus sechs Kunstwerken, die jeweils eine eigene Geschichte darstellen und zugleich Teil einer größeren Erzählung über Tirol sind. Die Initiative zeigt, dass kulturelle Innovation nicht nur in Städten entsteht, sondern ebenso in den Gemeinden Tirols. Dass zeitgenössische Kunst bewusst aus dem urbanen nun im ländlichen Raum ihren Platz findet, setzt ein starkes Signal.

„Identität und Kultur leben davon, dass sie immer wieder erzählt werden. Kunst eröffnet dafür einen besonderen Zugang: Sie macht Haltungen sichtbar, schafft Begegnung und verbindet Menschen über Gemeindegrenzen hinweg“, betont Martin Reiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding, und ergänzt: „Mit diesem Projekt möchte die Marke Tirol zeigen, dass Tradition und Zukunft keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig inspirieren.“

Der international tätige Künstler HNRX, dessen abstrakte, farbintensive Bildsprache weit über Tirol hinaus bekannt ist, entwickelte jedes Motiv individuell. Statt vorgefertigte Entwürfe umzusetzen, hat sich: „Maximilian Prantl intensiv mit der Gemeinde auseinandergesetzt und sich Zeit genommen, unseren Ort wirklich kennenzulernen. Dieser Zugang hat uns überzeugt. Sein Blick von außen eröffnet neue Perspektiven auf das, was uns ausmacht. Und es lädt Einheimische wie Besucher:innen ein, genauer hinzusehen und unsere Kultur für sich neu zu entdecken“, erklärt Klaus Gritsch, Bürgermeister von Kematen. 

Künstler HNRX ergänzt abschließend: „Das Projekt nun vollendet zu sehen, erfüllt mich mit großer Freude. Besonders spannend war für mich die Zusammenarbeit mit den Gemeinden und die unterschiedlichen Perspektiven, die dabei zusammenkamen. Ich nehme viele wertvolle Eindrücke aus diesem gemeinsamen Prozess mit.“

Das Ergebnis nach sechs Stationen ist ein einzigartiges, landesweites Netzwerk aus den einzelnen Kunstwerken, welches ab sofort zu bestaunen ist.

Weitere Informationen zu den Kunstwerken
Virgen
Das Wandbild greift auf, was Virgen besonders macht. Im Mittelpunkt steht eine Sonnenuhr, inspiriert vom Ruf des Ortes als „Sonnendorf“ und von der Sonnenuhr an der Kirche Maria Schnee. Die alten Bauernhäuser und die traditionelle Tiroler Bauweise finden sich ebenfalls im Bild wieder. Auch die historischen Felder, die für die Landwirtschaft wichtig waren, lieferten Motive. 

Going
Das Wandbild zeigt, wie stark die Landschaft Going prägt. Der Ort liegt am Wilden Kaiser und ist ein beliebtes Ziel für Menschen, die Natur und Berge erleben möchten. Auch das Ortswappen ist Teil der Gestaltung und greift die Verbindung zur Umgebung auf. Bekannt ist Going zudem als Schauplatz der Fernsehserie „Der Bergdoktor“ – dadurch wurde der Ortskern weit über Tirol hinaus bekannt. 

Fieberbrunn
Das Wandbild verbindet drei Themen, die Fieberbrunn prägen: die Bergwelt, den historischen Bergbau und eine lokale Sage. Die Natur lädt zum Wandern und Skifahren ein, zu-gleich blickt der Ort auf eine lange Bergbautradition zurück. Einer Sage nach wurde Margarethe Maultasch durch das heilende Wasser des Ortes von starkem Fieber geheilt. Dieser Erzählung soll Fieberbrunn seinen Namen verdanken.

Inzing
Das Wandbild versammelt Persönlichkeiten, Geschichten und Motive, die mit Inzing verbunden sind. Eine wichtige Figur ist Jörg Kölderer, ein Künstler, der für Kaiser Maximilian I. arbeitete. Zu seinen bekannten Werken zählen die Malereien am Goldenen Dachl in Innsbruck. Auch Mariner Wastl ist dargestellt: Er war ein Pionier des Berg- und Wintersports in der Region. Weitere Motive wie der Apollo-Tempel, Starmania, Igele Peter und die Friedrichslinde zeigen die Vielfalt der lokalen Bezüge.

Imst
Imst ist für seine Wand- und Lüftlmalereien aus verschiedenen Epochen bekannt. Das Wandbild greift einzelne Ausschnitte daraus auf und interpretiert sie neu. Auch die Kunst- und Kulturszene der Stadt findet ihren Platz: Der Art Club brachte internationale Bands wie die Rolling Stones und KISS nach Imst. Ergänzt wird das Bild durch Grafiken und Logos, die das Stadtbild seit Langem mitprägen.

Kematen
Das Wandbild erzählt von Kematens Landwirtschaft, Geschichte und Ortsbild. Der Ort galt lange als „Kornspeicher des Inntals“; auch heute wird hier Getreide angebaut. Unternehmen wie die Bäckerei Ruetz und Seidemann sind ebenfalls in Kematen angesiedelt. Der Kirchturm mit seinen drei Zwiebelhauben prägt das Ortsbild und gilt als einzigartig in Tirol. Eine der ersten Südtiroler Siedlungen und der Spruch „Wenn sie decht lei Kematen“ verweisen auf weitere Besonderheiten des Ortes.

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