„Nachhaltige Lösungen allein sind noch kein ausreichendes Argument, um Konsumenten zu überzeugen“

Am zweiten Tag des Symposiums Impact Lech, das noch bis 15. Juni 2025 „Die Zukunft des mobilen Menschen“ thematisiert, wurden Elektromobilität, nachhaltiger Onlinehandel sowie die Verbreitung von Krankheitserregern durch Mobilität beleuchtet. Der renommierte Kriminalpsychologe Thomas Müller sprach darüber, dass Kommunikation zwischen Menschen durch KI nicht ersetzt werden kann.

Datum: 14.06.2025
Ort: Lech am Arlberg
Ressorts: Events, Wirtschaft, Wissenschaft
Kunde: Lech Zürs Tourismus GmbH

In seiner Keynote thematisierte Hermann Stockinger (Gründer und CEO des Startups easelink) die entscheidende Rolle des automatisierten Ladens für die Energie- und Mobilitätswende. Gemeinsam mit seinem Team entwickelte Stockinger eine innovative Technologie, die es E-Fahrzeugen ermöglicht, ohne manuellen Aufwand durch ein im Boden eingelassenes Ladepad kontaktlos zu laden. Stockinger hob hervor, dass dieses kosteneffiziente und robuste System nicht nur Barrieren abbaut, sondern auch flexibel auf Energiespitzen reagiert. Ein Pilotprojekt wird bereits mit 40 Taxis in Wien und Graz getestet. 


Petra Dobrocka (Founder und CCO des Startups byrd) sprach bei Impact Lech über nachhaltigen und CO2-neutralen Onlinehandel. „Nachhaltige Lösungen allein sind oft noch kein ausreichendes Argument, um Konsumenten zu überzeugen“, so die Fachfrau. „Dezentrale E-Commerce Logistiklösungen sind deshalb besonders attraktiv, weil sie schnellere und günstigere Lieferungen ermöglichen, die von Kund:innen besonders geschätzt werden.“ Gleichzeitig würden es diese Onlinehändler:innen erlauben, in ihrer Lieferkette nachhaltiger zu handeln und CO2 bei der letzten Meile einzusparen. „Das macht eine grüne Logistik zu einem langfristigen Wettbewerbsvorteil für den Onlinehandel, der in Zukunft an Relevanz zunehmen wird.“

Florian Krammer (Universitätsprofessor an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York) erläuterte in einer Live-Schalte aus den USA, wie leicht es heute sei, innerhalb kürzester Zeit von einem Punkt A zu einem Punkt B unseres Planeten zu gelangen, was jedoch auch „das Reisen von Krankheitserregern als blinde Passagiere“ ermöglichen würde. „Das hat weitreichende Folgen, wie es Corona oder aktuelle Masern-Fälle in Österreich zeigen, die eingeschleppt wurden“, so Krammer. Neben klassischen Gegenmaßnahmen wie dem Impfen oder dem Tragen von Masken bräuchte es laut dem Experten also auch Innovationen auf dem Sektor der Mobilität, beispielsweise bei Belüftungs- oder Luftumwälzungssystemen in Flugzeugen oder Zügen. „Hier wird aktuell noch zu wenig getan“, betont Krammer. 

Der Kriminalpsychologe Thomas Müller beleuchtete in Lech die Rolle von Angst. „Die Welt war statistisch gesehen noch nie so sicher wie heute und doch gibt es so viel Angst wie noch nie.“ Müller empfahl in seinem Exkurs in die menschliche Psyche einen Perspektivenwechsel. „Der Zusammenhang zwischen falscher Kommunikation und Angst ist nachgewiesen: Klare Kommunikation ist der Schlüssel bei der Überwindung von Ängsten, so Müller. Sein eindringlicher Appell richtete sich an die Bedeutung zwischenmenschlicher Interaktion, die durch technologische Entwicklungen und KI nicht ersetzt werden könne. 

Das vom Genetiker Markus Hengstschläger und Lech Zürs Tourismus ins Leben gerufene Symposium Impact Lech findet noch bis 15. Juni 2025 in den neuen Lechwelten statt, die als zentraler Ort der Begegnung den perfekten Rahmen für das hochkarätige Format bilden, an dem „Denken am Berg nicht nur umgesetzt, sondern gelebt wird. Gestern Freitag war eine Wanderung auf die Rud-Alpe ebenfalls Teil des Programms, bei dem auch der persönliche Austausch und Netzwerkbildung im Mittelpunkt stehen. Nach der dortigen Podiumsdiskussion klang der Tag bei einem gemeinsamen Hüttenabend aus. 

Im Programm bis Sonntag widmet sich Impact Lech noch der „Mobilitätswende“ im Hinblick auf die Klimawende sowie der Zukunft von Luft- und Raumfahrt. Auch Live-Schalten mit der amerikanischen Skirennläuferin Lindsey Vonn und dem Kult-Fußballtrainer Jürgen Klopp sind vorgesehen. Am Sonntag werden die Themen Migration sowie „Fachkräfte- und Kompetenzmobilität“ beleuchtet.