Wilde Gestalten, kunstvoll geschnitzte Holzmasken – hierzulande „Larven“ genannt –, farbenprächtige Gewänder, allerlei Tänze sowie viel Glockengeläut, Lärm und Musik: Das sind die wichtigsten Zutaten für die Fasnacht in der Region Innsbruck. Entsprechende Aufführungen können jedes Jahr während der Faschingszeit in vielen Gemeinden rund um die Tiroler Landeshauptstadt bestaunt werden, zudem finden in regelmäßigen Abständen auch große, aufwändig inszenierte Umzüge statt. Da ist dann jeweils das ganze Dorf auf den Beinen, und die Straßen sind von zahlreichen Hexen, Bären, Tuxern, Zottlern, Wampelern und anderen mystischen Wesen bevölkert, die mit ihrem bunten Treiben Einheimische wie Gäste erfreuen.

Viele dieser Fasnachtsbräuche können auf eine lange Geschichte verweisen, deren Ursprünge zum Teil Jahrhunderte zurückreichen. Das Wissen und die Geheimnisse rund um die Figuren, deren Gewänder und Gebärden werden von Generation zu Generation weitergegeben, wobei sich gewisse Aspekte – etwa im Hinblick auf bestimmte Details bei den Kostümen – je nach Ortschaft unterscheiden können. Doch unabhängig davon, ob es sich nun um Muller oder Matschgerer, Wampeler oder Schellenschlagerinnen, Schleicher oder Türggeler handelt: Die dazugehörigen Aufführungen und Umzüge sind nicht nur gelebte Tradition, sondern auch immer ein großes Spektakel, das man unbedingt einmal gesehen haben sollte. Gelegenheit dazu gibt es im Februar, wenn unter anderem die Muller in Rum, die Wampeler in Axams und die Schellenschlagerinnen in Patsch unterwegs sind. Alle drei Bräuche zählen zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Rumer Mullerumzug: wenn der Winter durch die Straßen zieht
Wie bei vielen anderen Fasnachtsbräuchen geht es auch bei den Mullern in Rum – einem Dorf nur wenige Minuten von Innsbruck entfernt – um den Kampf des Frühlings gegen den Winter. Demgemäß sind die Hauptfiguren der Rumer Muller den Jahreszeiten zugeordnet: Der Halbweiße steht für den Frühling, der Melcher für den Sommer, der Spiegeltuxer für den Hochsommer, der Zaggeler für den Herbst und der Zottler für den Winter. Jede Figur hat ihre eigenen Bewegungen und Besonderheiten, wobei der Spiegeltuxer mit seinem opulenten, bis zu über zehn Kilogramm schweren Kopfschmuck wohl die auffälligste darstellt. Der Ablauf beim Mullerumzug in Rum ist streng geregelt: Als Erstes kommen die Vorboten, darunter Hexen und sogenannte Klötzler, danach folgen die Figuren der Jahreszeiten. Höhepunkt des Geschehens ist, wenn ein Zottler sich zum sogenannten „Frosch“, einer Tanzfigur, rücklings auf den Boden fallen lässt: Steigt dann ein Halbweißer auf ihn drauf, ist der Winter besiegt, und der Frühling kann kommen.
Der Rumer Mullerumzug findet am 12. Februar 2023 statt.

Axamer Wampelerreiten: ein Kampf mit dicken Bäuchen
Das alljährliche Wampelerreiten in Axams gehört mit Sicherheit zu den raueren Fasnachtsbräuchen in Tirol. Dafür sorgen in erster Linie seine Namensgeber, die dickbäuchigen Wampeler, sowie die Reiter. Diese versuchen nämlich Erstere auf den Rücken zu werfen. Und trotz genau festgelegter Regeln – die Wampeler dürfen etwa nur von hinten angegriffen werden und Attacken von vorne mit ihrem Stock abwehren – geht es bei diesem Ringen, das den Konflikt zwischen Frühling und Winter symbolisiert, meist recht rabiat zu. Insgesamt zwei Runden durch das Dorf müssen die geduckt durch die Straßen tänzelnden Wampeler, deren weiße Hemden mit Heu ausgestopft sind, überstehen – möglichst ohne von den Reitern aufs Kreuz gelegt zu werden. Als beste Wampeler gelten folglich jene, deren Rücken am Ende möglichst sauber geblieben sind. Heuer findet das Wampelerreiten im Rahmen des großen Fasnachtsumzuges statt, der alle vier Jahre durchgeführt wird. Rund 400 Aktive nehmen daran teil, neben Wampelern und Reitern sind auch Figuren wie Tuxer, Flitschiler und Buijazzln zu sehen. 
Der große Fasnachtsumzug mit Wampelerreiten geht am 19. Februar 2023 in Axams über die Bühne.

Patscher Schellenschlagerinnen: schöner die Schellen nie klingen
Das Schellenschlagen in Patsch ist in gewisser Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung: Hier spielen nämlich Frauen die Hauptrolle – und das ist in der ansonsten männerdominierten Tiroler Fasnacht noch immer eine Seltenheit. Die Anfänge der Patscher Schellenschlagerinnen reichen bis ins Jahr 1958 zurück: Damals konnten sich die Männer der Ortschaft offenbar nicht dazu aufraffen, den auch in anderen Gegenden üblichen Brauch des Schellenschlagens auszuüben. Deswegen fällten die Frauen kurzerhand die Entscheidung einzuspringen und die Sache bzw. die Schellen selbst in die Hand zu nehmen, um dem Winter den Kampf anzusagen. Und so ziehen nun jedes Jahr am „Unsinnigen Donnerstag“ – dem letzten Donnerstag vor dem Aschermittwoch – Patscher Frauen und Mädchen mit ihren wunderschönen Larven und Kostümen sowie den hinter dem Rücken getragenen Glocken durch den Ort. Begleitet werden sie dabei von einer Hexe, die den Takt vorgibt, sowie von Ziehharmonikaspielerinnen, die im Anschluss an das sogenannte „Ausschellen“ (dem gleichzeitigen Schellen aller Beteiligten) zum Tanz mit den Zuschauern aufspielen.
Die Patscher Schellenschlagerinnen sind am 16. Februar 2023 zu sehen und hören.

Tipp: umweltfreundlich und entspannt mit den Öffis in und durch die Region
Wer bei der Anreise zu den vielfältigen Fasnachtsveranstaltungen rund um Innsbruck auf das Auto verzichten möchte, ist mit dem Zug auf dem besten Weg. Noch dazu, weil seit Kurzem neben den bewährten Verbindungen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) auch die WESTbahn in der Tiroler Landeshauptstadt Station macht: Sie verkehrt dreimal täglich zwischen Wien und Innsbruck. Damit gestaltet sich die umweltfreundliche Anreise in die alpin-urbane Region Innsbruck noch einfacher als bisher. Und auch vor Ort ist man mit Bahn, Bus und Tram gut unterwegs – insbesondere mit der Gästekarte Welcome Card: Ab einem Aufenthalt von zwei Nächten kostenlos bei Partnerbetrieben erhältlich, inkludiert sie die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel des Verbandsgebiets. Wer also das bunte Faschingstreiben in der Region Innsbruck völlig unbeschwert genießen möchte, kann die eigenen vier Räder guten Gewissens einfach zuhause stehen lassen.


Über Innsbruck Tourismus
Innsbruck Tourismus ist die offizielle Destinationsmanagementorganisation der Region Innsbruck, die sich von der Tiroler Landeshauptstadt über 40 Orte in ihrer Umgebung erstreckt – vom Inntal aufs Mieminger Plateau über Kühtai bis ins Sellraintal. Mit jährlich knapp 3,5 Mio. Nächtigungen (Stand 2019) zählt die Region Innsbruck mit zu den größten Tourismus Institutionen Österreichs und ist eine einzigartige Symbiose zwischen pulsierendem urbanem Raum und faszinierender alpiner Bergwelt. Vielfältiges Stadtflair und Sightseeing sind nur einen Atemzug von der nächsten Rad- oder Wandertour, dem nächsten Ski- oder Winterwandererlebnis entfernt. Die kostenlose Gästekarte Welcome Card ist der Schlüssel zur grenzenlosen Vielfalt der Region: Mit der kostenlosen Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel können hoch und quer zahlreiche Highlights nachhaltig und komfortabel erlebt werden. Für die rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht der Gast im Mittelpunkt ihres Denkens und Handelns. Durch ihre Begeisterung für den alpin-urbanen Raum vermitteln sie ihren Gästen, wofür das eigene Herz schlägt, und bereiten somit immer wieder aufs Neue unvergessliche Urlaubserlebnisse im Einklang mit Mensch und Natur. Mit seinen insgesamt 12 Tourismus Informationen ist Innsbruck Tourismus nah bei seinen Gästen, mitten im Geschehen und am Puls der Zeit – ein Dreh- und Angelpunkt für authentische Geschichten und persönliche Impressionen von lokalen Charakteren, die sich auf dem beliebten Blog und den sozialen Kanälen unter #myinnsbruck wiederfinden.

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