Nach Brand: Traditionshotel Klosterbräu in Seefeld/Tirol möchte am 1. Dezember 2026 wiedereröffnen
Am 13. April 2026 brach im Hotel Klosterbräu in Seefeld ein Brand aus. Vor kurzem sind die Wiederaufbauarbeiten gestartet: Die Gastgeberfamilie Seyrling setzt alles daran, mit 1. Dezember 2026 wiederzueröffnen.
Datum: 19.06.2026
Ort: Seefeld in Tirol
Ressorts: Tourismus, Wirtschaft
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Am 13. April 2026 brach gegen 19:05 Uhr ein Brand im Dachstuhl des Hotel Klosterbräu in Seefeld/Tirol aus. Zum Zeitpunkt des Vorfalls war das Hotel wegen Umbauarbeiten bzw. einer saisonalen Betriebspause geschlossen. Der Brand führte zu einem Großeinsatz mit mehreren hundert Feuerwehrkräften – zeitweise waren bis zu rund 400 Einsatzkräfte vor Ort –, die teils über 14 Stunden hinweg gegen die Flammen kämpften. Am 14. April gegen 10:00 Uhr konnte die Feuerwehr „Brand aus“ melden.
Personen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden (die 97-jährige Senior-Chefin konnte aus dem Hotel evakuiert werden), jedoch entstand am Hotel ein erheblicher Sachschaden. Durch das Feuer wurden ca. 35 Zimmer, ein Fitness- und ein Meetingraum, Gänge, Teile des Dachs und der PV-Anlage zerstört. Durch das Wasser im Zuge der Löscharbeiten wurden an die 20 Zimmer, ein Teil der Hotelhalle, Aufenthaltsbereiche, Teile der Restaurants, die Rezeption und der Kinderclub beschädigt. Trotz des erheblichen Sachschadens konnte dank des heldenhaften Einsatzes der Feuerwehren der Großteil des Traditionshotels - das Haupthaus mit 50 Zimmern, die alten Gewölbe des ehemaligen Klosters, die Küche, der Wellnessbereich und der historische Weinkeller – gerettet werden. Im Rahmen der Renovierungsarbeiten wird sich sogar die Möglichkeit bieten, noch mehr von der historischen Substanz der alten Gewölbe freizulegen.
Erhebungen der Landesstelle für Brandverhütung abgeschlossen
Die nunmehr vorliegenden Erhebungen der Tiroler Landesstelle für Brandverhütung haben ergeben, dass der Brand mit hoher Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit Renovierungsarbeiten ausgebrochen ist, die im Hotel Klosterbräu im Gange waren. Detaillierte Erhebungen durch das Landeskriminalamt (LKA) und das Bundeskriminalamt (BKA) stehen noch aus und werden bis Ende Juni 2026 erwartet. Brandstiftung konnte ausgeschlossen werden.
Schaden voraussichtlich im zweistelligen Millionenbereich
Die Höhe des Schadens, der durch den Brand entstanden ist, kann derzeit noch nicht beziffert werden. Die laufenden Ermittlungen sowie aktuelle Einschätzungen von Sachverständigen, der Bauleitung und der Eigentümerfamilie Seyrling lassen eine genauere Eingrenzung voraussichtlich im Herbst 2026 zu. Nach derzeitigem Stand ist jedoch jedenfalls von einem Schaden im zweistelligen Millionenbereich auszugehen. „Wir stehen zur Abwicklung des Schadensfalls in Kontakt mit unseren Versicherungen, das notwendige Abrechnungsprozedere wird jedoch voraussichtlich noch bis Anfang bzw. Mitte nächsten Jahres dauern“, so Hotelbesitzer Alois Seyrling.
Wiederaufbau bereits im Gange
Die durch den Brand notwendig gewordenen Abbrucharbeiten wurden zwischenzeitlich großteils abgeschlossen, womit der Wiederaufbau des Hotel Klosterbräu bereits beginnen konnte. Dieser ist in 17 Projekte unterteilt, die nach Dringlichkeit priorisiert werden. Parallel dazu werden die bereits vor dem Schadensereignis geplanten Projekte weiterverfolgt, d.h. die Modernisierung und Erweiterung des Wellnessbereichs um ein Adult Only SPA, die Aufstockung des Hotels um 11 Zimmer, die Renovierung bestehender Zimmer sowie die Errichtung eines Naturbadeteichs. Trotz der aktuellen Herausforderungen wird das Pop-up-Restaurant „Phoenix“ im ehemaligen Bräukeller des Hotels bereits am 2. Juli 2026 eröffnet. Die Wiedereröffnung des Hotel Klosterbräu soll am 1. Dezember 2026 erfolgen – eventuell mit weniger Zimmern als früher und ohne bestimmte Teilbereiche des Hotels, die in der „Frühlingspause“ im April/Mai 2027 im Zuge einer zweiten Baustufe fertiggestellt werden könnten. Die aktuelle Baustelle wird außerdem bestmöglich von der zum Dorf abgewandten Seite organisiert, womit Feste und Veranstaltungen im Ort wie geplant durchgeführt werden können und die lebendige Fußgängerzone von Seefeld nicht beeinträchtigt wird.
Lösungen und Perspektiven für Mitarbeitende
Für die rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hotel Klosterbräu konnten individuelle Einzellösungen gefunden werden. Ein Teil des Teams ist derzeit in der Administration eingebunden, einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen bei den Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten. Zudem konnten einige Mitarbeitende in Seefeld und der näheren Umgebung vermittelt werden, sodass sie weiterhin in den Mitarbeiterhäusern des Hotel Klosterbräu wohnen können. Das Seefelder Traditionshaus zeigt sich zuversichtlich, zur Wiedereröffnung im Winter mit einem Großteil des Stammteams an den Start gehen zu können.
Auch von Seiten der Gäste ist die Unterstützung außerordentlich groß: Aus aller Welt erreichten das Hotel zahlreiche Solidaritäts- und Unterstützungsbekundungen.