Tourismusunternehmen und Destinationen erwarten, dass die Coronakrise noch etliche Monate dauern und auch langfristig Folgen haben wird. Das zeigt eine Studie, für die das Institute of Brand Logic Ende April 2020 rund 100 Tourismusexperten aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol befragt hat: Über 80 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten, dass sich die Krise bis zur Sommersaison 2021 hinziehen wird, nur 12 Prozent rechnen mit einem Ende der Krise schon zum Beginn der Sommersaison 2020. 

„Für Destinationen und Betriebe stellt die Coronakrise eine wirtschaftliche Bedrohung dar“, sagt Markus Webhofer, Gründer und CEO des Institute of Brand Logic. „Wie groß diese Herausforderung ausfällt, darüber entscheidet nicht nur die zeitliche Dauer der Krise, sondern auch die Intensität der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.“ Vor diesem Hintergrund erwartet gut die Hälfte (56 %) der befragten Tourismusentscheider eine Kombination aus langer Dauer und mäßigen Maßnahmen als wahrscheinlichstes Szenario; weitere 32 Prozent rechnen sogar mit harten Maßnahmen bei gleichzeitig langer Dauer. Nur die Wenigsten gehen davon aus, dass vor der Sommersaison 2021 ein ungehindertes Reisen innerhalb Europas möglich sein wird. Auch verschärfte Hygienevorschriften werden Betriebe wie Gäste demnach bis weit ins nächste Jahr begleiten. 

Zukunftstrends gewinnen an Bedeutung 
Die meisten Befragten sehen in der Krise auch einen Katalysator für zentrale Zukunftstrends: „Drastische Einschnitte wie die Coronakrise beschleunigen häufig bereits bestehende Entwicklungen“, sagt Webhofer. „Das erleben derzeit auch viele andere Branchen und Gesellschaftsbereiche. Für Tourismusunternehmen und Destinationen wird ihr zukünftiger Erfolg davon abhängen, ob es ihnen gelingt, eine Antwort auf diese Zukunftstrends zu finden.“ 

Den stärksten Schub erwarten 81 Prozent der Befragten beim Trend Wohlbefinden und Gesundheit. Auch beim Thema Sicherheit dürften die Ansprüche der Gäste steigen, erwarten 73 Prozent. Das authentische Naturerlebnis (68 %) sowie Regionalität und Lokalität (63 %) gewinnen ebenfalls in Zukunft an Bedeutung. Dagegen glauben nur 60 Prozent der Studienteilnehmer, dass sich der Trend zur Digitalisierung weiter verstärken wird. Immerhin knapp die Hälfte (46 %) erwartet mehr Nachhaltigkeit im Tourismus.

Gästeverhalten als Unsicherheitsfaktor
Neben den Trends ist für den künftigen Erfolg auch entscheidend, ob und wie sich das Verhalten und die Entscheidungen der Gäste durch die Coronakrise langfristig verändern. Hier herrscht unter den befragten Tourismusexperten bisher nur in einem Punkt weitgehend Einigkeit: 77 Prozent erwarten ein erhöhtes Hygienebewusstsein beim Gast. Bei der Entwicklung der Nachfrage aus dem Inland und den Nahmärkten sowie nach Apartments und Ferienwohnungen ist die Einschätzung der Befragten weniger eindeutig: Hier glaubt jeweils nur etwas mehr als die Hälfte an eine deutliche Zunahme. Auch mehr Kurzurlaube erwarten nur knapp 50 Prozent, mehr Tagesgäste nur 33 Prozent. Einen Einfluss der Krise auf die Preissensitivität der Gäste sehen sogar lediglich 16 Prozent der Studienteilnehmer. 

Wie sollten Tourismusdestinationen und Unternehmen nun auf die Herausforderungen reagieren? Kurzfristig sehen die Befragten fast einstimmig einen engeren Austausch und Abstimmung zwischen den Beteiligten als wichtigsten Hebel. Zudem wünschen sich 80 Prozent mehr Serviceleistungen und Unterstützung durch die Verantwortlichen der Destinationen. Als weitere Maßnahmen für den kurzfristigen Umgang mit der Krise nennen die Studienteilnehmer die Entwicklung und Analyse von Szenarien (92 %), Krisenmarketing und Krisenkommunikation (85 %) sowie das Festlegen von Verhaltensregeln für Gäste und Mitarbeiter (83 %). Bei der Frage nach den Zielgruppen liegt der Fokus kurzfristig auf den Heim- und Nahmärkten (80 %) sowie Stammgästen (78 %). Dagegen wollen nur 34 Prozent der Befragten derzeit Neukundenakquise betreiben. 

Langfristig steht Krisenvorsorge auf der Agenda 
Bei der Frage nach längerfristigen Maßnahmen zeigt die Studie deutlich weniger Einigkeit unter den Befragten. So führt zwar auch in diesem Fall die enge Kommunikation der Beteiligten vor Ort die Liste an, allerdings mit deutlich weniger Zustimmung (57%). An zweiter und dritter Stelle stehen der Aufbau von Hygiene- und Sicherheitsstandards sowie der engere Fokus auf bestimmte Zielmärkte (jeweils 54%). Knapp dahinter folgt mit 53 Prozent Zustimmung die Arbeit an den Zukunftstrends. „Die Tourismusverantwortlichen haben das Gebot der Stunde erkannt“, sagt Webhofer. „Um auf derartige Krisen in Zukunft bestmöglich vorbereitet zu sein, führt an der Integration der Zukunftstrends in die jeweilige Destinationsstrategie kein Weg vorbei.“ 

Details zur Studie können bei Markus Webhofer angefragt werden (siehe Rückfragehinweis).Weitere Informationen unter www.brand-logic.com

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