Vinzenzgemeinschaften präsentieren neue Wege gegen soziale Not in Tirol

Bei ihrer Jahres-Pressekonferenz stellten die Vinzenzgemeinschaften Tirol drei Schwerpunkte ihrer Arbeit vor: das Präkariumsmodell als befristete Unterkunft, Harald Schett als neuen Kassier sowie Kennzahlen und Projekte aus dem Jahresbericht 2025. Unter dem Leitgedanken „Wir schließen Lücken im sozialen Netz“ wurde deutlich, wie unmittelbare Hilfe, professionelle Strukturen und ehrenamtliches Engagement ineinandergreifen.

Datum: 10.09.2026
Ort: Tirol
Ressorts: Gesellschaft, Gesundheit, Soziales
Kunde: Vinzenzgemeinschaften Tirol

In Innsbruck gibt es wohnungslose Menschen und zugleich leerstehenden Wohnraum. Das Präkariumsmodell setzt an dieser Schnittstelle an: Nach einer Notsanierung werden leerstehende Gebäude bewohnbar gemacht und zeitlich befristet zur Verfügung gestellt. Eine Kündigung bleibt jederzeit möglich. „Eine weitere Nutzung von Leerstand betrifft das Herrichten derzeit leerstehender Wohnungen, die befristet Menschen ohne Obdach zur Verfügung gestellt werden, insbesondere, wenn diese arbeitslos sind. Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit gehen oft Hand in Hand. In diesen Einzelunterbringungen ist Wille einer Arbeitsaufnahme Voraussetzung für den Bezug. So helfen wir einerseits, leerstehende Wohnungen zu nutzen und andererseits Menschen den Weg in den Arbeitsmarkt zu ebnen", teilt Karoline Knitel, Präsidentin der Vinzenzgemeinschaften, mit.

Ein Beispiel ist der Poltenhof, ein ehemaliger Bauernhof in Innsbruck-Kranebitten. In der ehemaligen Herberge leben derzeit 25 Menschen. Hausregeln und wöchentliche Versammlungen strukturieren das Zusammenleben. Gemeinsam werden Arbeiten erledigt und schwierige Situationen wie Krankheiten oder Todesfälle bewältigt. Auch bei alltäglichen Anliegen – etwa rund um die e-card – wird in der Gemeinschaft unterstützt. „Der Poltenhof zeigt, dass leerstehender Wohnraum vorübergehend zu einem Zuhause werden kann. Mit dem Waldhüttl und vergleichbaren Projekten gibt es erprobte Modelle. Weil der Poltenhof im Herbst abgerissen werden soll, braucht es nun eine Folgelösung und bessere Rahmenbedingungen für weitere Präkarien“, sagt Christoph Wötzer, Präsident der Vinzenzgemeinschaften Tirol.

Verantwortung für Spenden und Mittel
Mit Harald Schett übernimmt ein erfahrener Finanzfachmann die Aufgabe des Kassiers im Zentralrat. Er leitete unter anderem das Private Banking der Tiroler Sparkasse, ist zertifizierter Fundraiser und war als Teamleiter in der Sozialbegleitung tätig. Seine fachliche Erfahrung verbindet sich mit einer persönlichen Nähe zu Ehrenamt und sozialem Engagement. „Bei den Vinzenzgemeinschaften steht der gute Zweck im Vordergrund. Gerade deshalb müssen Behörden und Spender*innen darauf vertrauen können, dass die Mittel professionell, transparent und verantwortungsvoll verwaltet werden“, sagt Harald Schett. Er freue sich nun auf das neue Amt und die großartige Gemeinschaft.

Jahresbericht 2025: Reichweite und konkrete Hilfe
Mit über 80 Vinzenzgemeinschaften in ganz Tirol können 400.000 Menschen – etwa 60 Prozent der Tiroler Bevölkerung – erreicht werden. Rund 770 Mitglieder und 2.100 Helfer*innen leisten jährlich rund 100.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Die Angebote reichen von Lebensmittelausgaben über Essen auf Rädern bis zu Fahrten für Arztbesuche. Projekte wie VINZIBus und Waldhüttl sowie die Kooperation „Jugend und Ehrenamt“ mit den Innsbrucker Sozialen Diensten ergänzen die Hilfe. „Unsere Stärke ist die Verbindung von Nähe und verlässlichen Strukturen. So erreichen wir Menschen direkt und schließen Lücken dort, wo Unterstützung sonst fehlen würde“, sagt Karoline Knitel, Zentralratspräsidentin der Vinzenzgemeinschaften Tirol.

O-Ton Karoline Knitel zur Pressekonferenz allgemein.

O-Ton Karoline Knitel erklärt das Präkariumsmodell.

O-Ton Karoline Knitel zur Frage: „Was gibt es bezüglich des Jahresberichts bzw. der Jahres-Pressekonferenz zu berichten?“

O-Ton Karoline Knitel zur Frage: „Worauf sind Sie persönlich besonders stolz?“

O-Ton Karoline Knitel zur Frage: „Wie funktioniert das Präkarium?“

O-Ton Harald Schett zur Frage: „Als neuer Kassier: Was nehmen Sie mit und was sind Ihre Ziele?“

O-Ton Harald Schett zur Frage: „Wie lange geht eine Amtsperiode?“

O-Ton Harald Schett zur Frage: „Was verbindet Soe mit den Vinzenzgemeinschaften Tirol?“

O-Ton Harald Schett zur Frage: „Was qualifiziert Sie für dieses Amt und welche Erfahrungen bringen Sie mit?“

O-Ton Harald Schett zur Frage: „Was verstehen Sie unter Ehrenamt?“