Alps Future Award erstmals beim AlpenKlimaGipfel: Lebensraum Tirol Gruppe und AlpNet prämieren zukunftsweisende Projekte

Nominiert für den Alps Future Award 2026, der von der Lebensraum Tirol Gruppe und dem alpenweiten Tourismusnetzwerk AlpNet getragen wird, sind je drei Finalist*innen in zwei Kategorien. Wissenschaftlich begleitet wird der Award, der im Rahmen des dritten AlpenKlimaGipfels auf der Zugspitze am 23. Juni 2026 vergeben wird, vom MCI Tourismus und einer siebenköpfigen Expert*innenjury.

10.06.2026 Zugspitze, Ehrwald, Tirol Energie, Gesellschaft, Innovation, Tourismus, Umwelt AlpenKlimaGipfel - Gespräche auf der Zugspitze

Der Alps Future Award prämiert erstmals zukunftsweisende Projekte im Alpenraum.

Der Award würdigt Initiativen, die den Wandel im Alpenraum nicht nur begleiten, sondern aktiv gestalten und zeigt, dass Zukunftsfähigkeit dort entsteht, wo ökologische Vernunft, wirtschaftliche Innovation und gesellschaftliche Wirkung ineinandergreifen. Im Fokus stehen Projekte, die Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und soziale Verantwortung verbinden, Arbeitsplätze sichern und Umweltressourcen schonen – ob durch Energieautarkie, digitale Kooperationen oder neue Formen regionaler Wertschöpfung. 

Zwei Kategorien – ein gemeinsamer Anspruch
Insgesamt gingen 75 Einreichungen aus dem gesamten Alpenraum ein – 26 Projekte in der Kategorie Lebensraum Tirol und 49 Projekte in der Kategorie Tourismus. Martin Reiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Gruppe, betont: „Tirol lebt vom Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und einer intakten Natur. Diese Auszeichnung zeigt, wie Unternehmen, Gemeinden und Initiativen Verantwortung übernehmen und mit innovativen Projekten beweisen, dass nachhaltiges Wirtschaften zugleich ökologisch sinnvoll, gesellschaftlich wertvoll und ökonomisch erfolgreich sein kann.“ Karin Seiler, Präsidentin von AlpNet und Geschäftsführerin der Tirol Werbung, sieht den Preis als „Schaufenster für gelebte Zukunft: Projekte, die zeigen, wie Tourismus in den Alpen die Balance findet – zwischen Erlebnis und Erhaltung, zwischen Identität und Innovation.“

Der Alps Future Award 2026 wird in zwei Kategorien vergeben:
  • Lebensraum Tirol, powered by Tirol und TIROL 2050 | Leitthema 2026 „Energiewende und Energieautonomie im Lebensraum Tirol“: Nominiert sind in dieser Kategorie drei Finalisten: „Energiewende im Gründerzeithaus: 78 % CO₂-Reduktion“ (Tiroler Versicherung V.a.G., Innsbruck); „HELIOPLANT® Tiefenbachgletscher Sölden“ (ehoch2 GmbH, Tirol); „Nachhaltige Lebensmittelzustellung mit E-LKW“ (Eurogast Grissemann, Tirol)
  • Tourismus, powered by AlpNet & Tirol | Leitthema 2026 „Innovative Produkte und Angebote am Berg“: Auch in dieser Kategorie sind drei Finalisten nominiert: „Allgäu-Walser-Pass: Ein Code für alle Fälle“ (AlpNet-Partner Allgäu Tourismus, Deutschland); „OLM Nature Escape – Energieautarker Naturtourismus“ (AlpNet-Partner IDM Südtirol-Alto Adige, Italien); „Eggental Taste Local – Regionale Kreisläufe neu gedacht“ (AlpNet-Partner IDM Südtirol-Alto Adige, Italien).
AlpenKlimaGipfel 2026 als inhaltsstarke Plattform
Verliehen wird der Alps Future Award 2026 im Rahmen der dritten Auflage des AlpenKlimaGipfels. Vom 23. bis 24. Juni 2026 verwandelt das Format die Zugspitze zwei Tage lang zur Drehscheibe für Perspektivenwechsel im Diskurs zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft, Sport, NGOs, Politik, Medien, Institutionen und Versorgern. Diskutiert werden dabei Zukunftsthemen des Alpenraums, wie etwa nachhaltige Transformation und Innovationsstrategien für den sensiblen Lebens- und Wirtschaftsraum Alpen. Den nominierten Projekten bietet der Gipfel die Möglichkeit, sich einem hochkarätigen, internationalen Publikum reichweitenstark zu präsentieren. Mit dem Alps Future Award erhält der AlpenKlimaGipfel auf der Zugspitze eine handlungsorientierte Dimension: Die Präsentation konkreter Projekte macht Wandel sichtbar und nachvollziehbar – mit dem Ziel, Leuchtturmprojekte kennenzulernen und Wissen rund um nachhaltige Strategien in der Praxis zu verankern.

Eine hochkarätige Jury suchte Initiativen mit Wirkung
Die Projekte wurden von einer siebenköpfigen Jury, bestehend aus ausgewiesenen Expert*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Kompetenz in den Bereichen Wissenschaft, Tourismus, Wirtschaft und Nachhaltigkeit, nominiert. Den Vorsitz hat Prof. Hubert Siller, Leiter des MCI Tourismus in Innsbruck, der den gesamten Award-Prozess wissenschaftlich begleitet: „Wir prämieren keine Ideen, sondern Wirkung. Entscheidend ist, was umgesetzt wurde, welche Erkenntnisse andere daraus ziehen können und wie stark ein Projekt tatsächlich Veränderung auslöst. Der Alps Future Award soll Orientierung geben – für Regionen, Betriebe und Entscheidungsträger*innen im gesamten Alpenraum.“ 
Die weiteren Mitglieder der Jury sind: Andrea Fischer (Glaziologin & Mitglied des Advisory Boards des AlpenKlimaGipfels), Dhara Meyer (Energieagentur Tirol), Harald Pechlaner (Eurac Research), Matthias Krapf (Verlagsleiter der Moser-Holding, Chefredakteur der Tiroler Tageszeitung), Ralf Roth (Deutsche Sporthochschule Köln & Mitglied des Advisory Boards des AlpenKlimaGipfels), Sabine Müller (Hochschule Luzern).


Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten:

Nominierte Projekte – Kategorie Lebensraum Tirol 

Energiewende im Gründerzeithaus: 78 % CO₂-Reduktion (Tiroler Versicherung V.a.G., Innsbruck)
Das Wohn- und Geschäftshaus Museumstraße 24 (Baujahr 1911, 19 Wohnungen) wurde bei laufendem Betrieb vollständig dekarbonisiert: Ein Low-Temperature-Loop-System, eine PV-Anlage und thermische Sanierung reduzieren den Endenergieverbrauch von 163,6 auf 38,5 kWh/m²/Jahr. Die Investition von 3,2 Mio. Euro entspricht den Kriterien der EU-Taxonomie; das Projekt wurde mit klimaaktiv Silber ausgezeichnet. Als skalierbares Modell zeigt es Wirkung weit über das einzelne Gebäude hinaus – relevant für hunderte Gründerzeitgebäude in Tirol.

HELIOPLANT® Tiefenbachgletscher Sölden (ehoch2 GmbH, Tirol)
Ein neuartiges, baumförmiges PV-System, das sich durch Luftverwirbelungen dauerhaft selbst schneefrei hält. Seit 2023 läuft eine Testanlage am Tiefenbachgletscher (90 kWp); bis Herbst 2026 folgt eine Anlage mit 6,3 MWp, die rund 35 % des Strombedarfs der Bergbahnen Sölden abdeckt.

Nachhaltige Lebensmittelzustellung mit E-LKW (Eurogast Grissemann)
Als erstes Unternehmen im Alpenraum beliefert Eurogast Grissemann Tourismusbetriebe mit sieben vollelektrischen LKWs – inklusive elektrischer Kühlung – auch oberhalb von 2.000 Metern Seehöhe. Die Ladeenergie stammt aus einer hauseigenen PV-Anlage mit knapp 2.000 kWp. Drei weitere E-LKWs folgen im Herbst 2026.


Nominierte Projekte – Kategorie Tourismus

Allgäu-Walser-Pass: Ein Code für alle Fälle (AlpNet-Region Allgäu Tourismus, Deutschland)
Ein QR-Code als ÖPNV-Ticket, Bergbahn-Ticket, Erlebnis-Ticket und digitaler Gästepass für 40 Gemeinden im Allgäu und Kleinwalsertal. Seit November 2024 wurden über 2,7 Millionen digitale Pässe aktiviert und mehr als 650.000 App-Downloads verzeichnet. Das System leistet einen messbaren Beitrag zur Reduktion des motorisierten Individualverkehrs und stärkt regionale Wertschöpfung sowie gesellschaftliche Teilhabe.

OLM Nature Escape – Energieautarker Naturtourismus (AlpNet-Region IDM Südtirol-Alto Adige, Italien)
Eines der ersten nahezu energieautarken Eco-Aparthotels im Alpenraum, gelegen im Ahrntal: 1.200 PV-Module, 126 Erdwärmesonden und Wasserkraft erzeugen rund 600.000 kWh jährlich. Das Projekt überzeugt auch wirtschaftlich: mit einer Auslastung von 87,5 %, einem EBITDA von 23 % und 18 von 22 Mitarbeitenden aus der Region. Vollständig eigenfinanziert und 2026 ausgezeichnet als Falstaff Bestes Hotel für Innovation & Nachhaltigkeit.

Eggental Taste Local – Regionale Kreisläufe neu gedacht (AlpNet-Region IDM Südtirol-Alto Adige, Italien)
Mit Eggental Taste Local zeigt das Südtiroler Eggental, wie Tourismus und Landwirtschaft gemeinsam nachhaltige regionale Kreisläufe stärken können. Seit 2022 beliefern rund 14 Bäuerinnen und Bauern etwa 30 Gastronomiebetriebe direkt mit ihren Produkten. Das Besondere: Die Produzent*innen legen die Preise selbst fest, der Austausch erfolgt unkompliziert über mehrere gemeinsame WhatsApp-Gruppen. Transparent, flexibel und auf Augenhöhe. Das Projekt schafft faire und verlässliche Absatzmöglichkeiten für die Landwirtschaft und ermöglicht der Gastronomie gleichzeitig den Zugang zu hochwertigen, saisonalen Produkten aus unmittelbarer Umgebung. 

Weitere Informationen zum Alps Future Award und zum AlpenKlimaGipfel sind über www.alpenklimagipfel.jetzt zugänglich.

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