In rund 40 Vorträgen und einer hochkarätig besetzten Paneldiskussion teilten renommierte Wissenschaftler:innen und Vertreter:innen führender Unternehmen, wie pflanzliche Wirkstoffe zur Verlängerung gesunder Lebensjahre beitragen können.
„Die Phytowissenschaften stehen im Zentrum einiger der spannendsten Forschungsfelder unserer Zeit – von der Entzündungsmedizin bis zur Longevity-Forschung. Der Austrian Summit on Natural Products bringt inzwischen zum sechsten Mal Grundlagenwissenschaft, klinische Forschung und Industrie zusammen, um gemeinsam neue Maßstäbe zu setzen“, so Günther Bonn, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des Austrian Drug Screening Institute (ADSI). Das Forschungsinstitut an der Universität Innsbruck organisiert den Kongress jährlich in Seefeld und genießt in der internationalen Phytowissenschaft – der Erforschung pflanzlicher Wirkstoffe – weltweite Anerkennung.
Dass das ADSI auch neue Wege geht, zeigt ein aktuelles Projekt: Im Mai 2026 startete eine SpaceX-Rakete mit einem Mini-Labor des Instituts zur Internationalen Raumstation ISS. Im schwerelosen Raum werden dort erstmals Zellen erforscht, die von der Frauenerkrankung Endometriose betroffen sind. „Eine zentrale Frage in unserer Forschung ist die Vorhersagbarkeit der Wirksamkeit von Medikamenten und Therapien. Diesem Ansatz folgen wir auch bei den Untersuchungen von Endometriose-Organoiden unter Weltraumbedingungen“, so Projektpartner Geppino Falco von der Universität Neapel Federico II. Erste Erkenntnisse werden noch im Herbst erwartet, so der Experte.
Wissensaustausch auf hohem Niveau
Krystyna Skalicka-Woźniak von der Medizinischen Universität Lublin zeigte in ihrem Vortrag, wie der Pestwurz – eine in Europa heimische Heilpflanze – gegen Migräne wirkt und welche pflanzlichen Wirkmechanismen dahinterstecken. „Der Wirkstoff ist zwar anerkannt, aber nur in Südamerika als Medikament gegen Migräne registriert“, erklärte Skalicka-Woźniak. Aktuelle Untersuchungen hätten sich, so die Wissenschaftlerin, auf die möglichst effiziente Wirkstoffgewinnung konzentriert, was in weiterer Folge für die Pharmaindustrie von großer Bedeutung sei. Eva Paschinger, Expertin bei Bipa im Bereich Medizinprodukte, beleuchtete, wie pflanzliche Präparate Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen – von der Pubertät bis zur Menopause – gezielt unterstützen können. Leandros Skaltsounis von der Universität Athen betrachtete die Mittelmeerdiät aus einem neuen Blickwinkel: als Quelle natürlicher Pflanzenstoffe mit nachweisbarer Wirkung auf den Körper.
Neben den Vorträgen bot eine moderierte Expert:innendiskussion mit Vertreter:innen aus Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft Raum für direkten Austausch. Unternehmen wie L'Oréal, LVMH, Bionorica, Schwabe Austria und Ricola waren mit eigenen Beiträgen vertreten und zeigten, dass die Nachfrage nach wissenschaftlich belegten Pflanzenprodukten in globalen Märkten weiter wächst.
Über das ADSI
Das ADSI, eine Forschungseinrichtung an der Universität Innsbruck, 2012 von den beiden Innsbrucker Universitätsprofessoren Günther Bonn (Leopold-Franzens-Universität Innsbruck) und Lukas Huber (Medizinische Universität Innsbruck) gegründet, ist führend in der Entwicklung und Analyse bioaktiver Substanzen in Pflanzen. Als Initiator und zentrales Mitglied des „Phytovalley Tirol“ vernetzt es Forschung und Industrie, fördert Innovationen und bringt wissenschaftliche Erkenntnisse gezielt in die Praxis. Durch modernste Analysemethoden wie UHPLC, Massenspektrometrie und Infrarotspektroskopie sowie zellbasierte Testsysteme trägt das Institut maßgeblich zur Erforschung neuer Wirkstoffe und Qualitätssicherung bei. Das ADSI kooperiert mit namhaften Partnern wie Bionorica, Weleda, Red Bull und Ricola, um hochwertige Naturprodukte mit nachgewiesener Wirkung zu entwickeln und dadurch auch den Standort Österreich und Tirol zu stärken.
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