Am 5. Juli 1926 wurde mit der Inbetriebnahme der damaligen „Österreichischen Zugspitzbahn“ Seilbahngeschichte geschrieben: Erstmals führte eine Bahn von Ehrwald auf die Zugspitze und machte den höchsten Berg Deutschlands für ein breites Publikum erreichbar. 100 Jahre später bildete die Jubiläumsfahrt den Auftakt der Feierlichkeiten. Gemeinsam mit den Gesellschafterfamilien Dengg, Tipotsch, Egger, Klausner, Pichlsberger und Mader aus dem Zillertal sowie mit Vertreter:innen der Familie Stern – darunter Enkel und Urenkel – ging es mit der Tiroler Zugspitzbahn hinauf auf den Gipfel.
Im Rahmen der Jubiläumsfeier betonte Landeshauptmann Anton Mattle die Strahlkraft der Bahn, die weit über die Landesgrenzen hinauswirkt: „100 Jahre Tiroler Zugspitzbahn stehen für Tiroler Pioniergeist, technische Spitzenleistung und einen Tourismus, der Wertschöpfung für die Region schafft. Die Tiroler Zugspitzbahn hat die Zugspitze den Menschen nicht nur nähergebracht, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region nachhaltig geprägt. Dass diese Erfolgsgeschichte heute so eindrucksvoll weitergeschrieben wird, ist dem Engagement der Eigentümerfamilien, der Gesellschafter und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken“, so Mattle.
Franz und Klaus Dengg, beide Geschäftsführer der Tiroler Zugspitzbahn, unisono: „Heute ist die Geschichte der Tiroler Zugspitzbahn auf ganz besondere Weise spürbar. Wir feiern das Werk von Visionären wie Hermann Stern und all jenen, die diese Bahn in den vergangenen 100 Jahren geprägt haben. Unser Auftrag ist es, dieses Erbe mit Verantwortung weiterzuführen und unseren Gästen auch noch in 100 Jahren einzigartige Bergerlebnisse zu ermöglichen.“
Theaterpremiere im Zugspitzsaal
Pünktlich zum Geburtstag der Tiroler Zugspitzbahn fand im Zugspitzsaal in Ehrwald die Premiere der Theaterproduktion „Sterntaler für die Zugspitze“ statt, aufgeführt vom Theaterverein „Kulissenschieber Ehrwald“. Das von der Autorin und Regisseurin Claudia Lang-Forcher geschriebene und inszenierte Stück widmet sich dem Bau der „Himmelsstürmerin“ und zeichnet den Lebensweg des Bahngründers Dr. Hermann Stern über die herausfordernde Bauzeit bis zu seinem tragischen Lebensende nach. Durch das über 25-köpfige Ensemble, aufwendige Bühnenbilder und dramatische Musik wird die Geschichte der Tiroler Zugspitzbahn als emotionales Zeitpanorama erlebbar – noch zu sehen bis 29. August 2026 im Zugspitzsaal in Ehrwald.
100 Jahre Tiroler Zugspitzbahn – vom Pionierprojekt zum Leitbetrieb
Mit der Eröffnung am 5. Juli 1926 als erste Seilbahn Tirols und zweite Seilbahn Österreichs wurde der Grundstein für eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte gelegt. Was einst als technische Sensation begann, hat sich im Laufe von Jahrzehnten zu einem Leitbetrieb des alpinen Tourismus entwickelt. Die Tiroler Zugspitzbahn bringt heute bis zu 100 Personen in rund zehn Minuten auf die 2.962 m hohe Zugspitze. Oben angekommen werden Besucher:innen ein einzigartiger Vier-Länder-Ausblick über die Alpen sowie ein vielfältiges gastronomisches Angebot und eine interaktive Ausstellung über die Geschichte der Bahn geboten.
„Die nächsten Jahre werden davon geprägt sein, unsere Anlagen und Angebote weiter zu optimieren und zugleich die Einzigartigkeit dieses Ortes zu bewahren“, so Dengg. „Die Zugspitze ist ein Stück Identität für unsere Region – und wir wollen dafür sorgen, dass auch kommende Generationen diesen besonderen Berg verantwortungsvoll erleben können.“
Über die Tiroler Zugspitzbahn
Die damalige „Österreichische Zugspitzbahn“ war bei ihrer Eröffnung vor hundert Jahren die erste Seilbahn Tirols und die zweite Österreichs. Im Laufe ihrer Geschichte setzte die Tiroler Zugspitzbahn zahlreiche Meilensteine: von den ersten Kabinen für 19 Personen im Jahr 1926 über die Erschließung des Gipfels mittels Gipfelbahn 1964 bis hin zur heutigen Direktverbindung auf die Zugspitze, die seit 1991 in Betrieb ist. Nach dem Talstationsbrand 2003 gelang ein Wiederaufbau der Bahn in Rekordzeit. Auch danach entwickelte sich die Tiroler Zugspitzbahn konsequent weiter – mit neuen Erlebniswelten, innovativen Ausstellungen und modernen Infrastrukturen. Heute überwindet die Bahn auf einer Länge von 3.600 Metern rund 1.725 Höhenmeter in nur zehn Minuten Fahrzeit. Zwei Panorama-Kabinen mit einer Kapazität von jeweils 100 Personen transportieren bis zu 730 Gäste pro Stunde auf knapp 2.950 Meter Seehöhe. Die höchste Stütze misst 55 Meter, der größte Bodenabstand beträgt beeindruckende 160 Meter.