Seit mehr als 20 Jahren bringt die Standortagentur Tirol beim Technologiebrunch in Zusammenarbeit mit der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino im Rahmen der Euregio Days beim European Forum Alpbach Vertreter:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen. Im Zentrum der diesjährigen Veranstaltung stand die Frage, wie Unternehmen Daten über Organisations- und Branchengrenzen hinweg nutzen können. Angesichts globaler Krisen, volatiler Märkte und unbeständiger Lieferketten sollen Daten dabei helfen, Entwicklungen früher zu erkennen, fundierter zu entscheiden und schneller zu reagieren.
„Die sichere Nutzung von Daten eröffnet Tirols Betrieben global neue Möglichkeiten für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Datenökosysteme können dazu beitragen, Wissen zu verknüpfen, Wertschöpfungsketten resilienter zu machen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Europa muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit Unternehmen diese Chancen nutzen können“, betonte Landeshauptmann und Euregio-Präsident Anton Mattle.
Mario Gerber, Landesrat für Wirtschaft, Digitalisierung und Tourismus: „Das Thema betrifft alle Branchen. Wenn Daten verlässlich, sicher und für klar definierte Anwendungen genutzt werden können, entstehen bessere Entscheidungsgrundlagen für Unternehmen. Dies gilt es mit Blick auf die voranschreitende Digitalisierung im Land unbedingt zu fördern.“
Die Standortagentur Tirol unterstützt Unternehmen bei der digitalen Transformation. Das Angebot umfasst Vernetzung, Qualifizierung, Infrastruktur und die Begleitung konkreter Projekte.
„Daten sind längst mehr als eine Grundlage für digitale Prozesse“, so Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol. „Sie werden zu einem eigenständigen Wirtschaftsgut. Ihr Potenzial liegt besonders dort, wo Unternehmen Daten sicher teilen und daraus gemeinsam neue Erkenntnisse, Anwendungen und Geschäftsmodelle entwickeln.“
Vom Datenbestand zum Ökosystem
Der inhaltliche Impuls der Standortagentur Tirol beleuchtete die Bedeutung von Datenökosystemen. Sie vernetzen Unternehmen, Forschung, öffentliche Einrichtungen und Technologieanbieter, um Daten für gemeinsame Anwendungen nutzbar zu machen. Grundlage dafür sind verbindliche Standards und Regelwerke, während sogenannte „Data Spaces“ den sicheren Datenaustausch ermöglichen.
„Hochqualitative und vertrauenswürdige Daten werden für die Industrie zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor – beispielsweise bei Anwendungen mit künstlicher Intelligenz. Data Spaces ermöglichen es Unternehmen, Daten entlang der Wertschöpfungsnetzwerke sicher und effizient zu nutzen, ohne bei den Sicherheitsanforderungen Abstriche zu machen“, erklärte Roland Sommer, Geschäftsführer der Plattform Industrie 4.0 Österreich.
Technologiebrunch als Treffpunkt für Digitalisierung
Othmar Karas, Präsident des European Forum Alpbach, stellte den Technologiebrunch in den Kontext des diesjährigen Mottos: „How Europe Wins – diese Frage stellt sich auch bei der strategischen Nutzung von Daten. Wenn Europa in einer Welt, in der andere Player oft schneller und entschlossener handeln, bestehen will, braucht es Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Das gilt für Länder, Unternehmen und Institutionen. Der Technologiebrunch der Standortagentur Tirol leistet dazu einen wesentlichen Beitrag und bringt Vertreter:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ins Gespräch.“
Das österreichische Notariat ist seit mehreren Jahren Partner des Events. Für Präsident Claus Spruzina liegt ein wesentlicher Wert des Technologiebrunchs im persönlichen Kontakt: „Der Technologiebrunch der Standortagentur Tirol bringt Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen und schafft Raum für Gespräche, neue Kontakte und gemeinsame Perspektiven. Dieser direkte Austausch macht das Format jedes Jahr zu einem wichtigen Treffpunkt in Alpbach.“